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Betriebsweisen

. . . Nils Mang beschreibt den letzten Teil seiner Betriebsweise, die im Wesentlichen auf dem Bannwabenverfahren beruht

Gedanken zur Einwinterung

Erzähl mal mitten in der besten Lindentracht, wie und wann man seine Bienen für den nächsten Winter ausstattet und auffüttert!

Ob sich wohl irgendeiner schon in dieser Zeit Gedanken darum macht?

Ich jedenfalls mache sie mir.

Die Ausführungen dazu können nur ein Beispiel von sicherlich vielen anderen Möglichkeiten der Wintterauffütterung sein. Ich imkere in Segeberger Beuten und füttere die Völker mit fertigem Futterteig auf.

Bei meiner Auffütterungsmethode sind Waben- und Beutenhygiene fester Bestandteil.

Ich gehe nach dem Kalender der Natur vor und richte mich dabei nach der für den Hamburger Raum letzten Massentracht. Diese, die Lindentracht beginnt so um den
20. Juni und endet ca. 20 bis 25 Tage später. Bis Ende Juli haben die Bienen den eingetragenen Nektar zu Honig aufbereitet und erntereif verdeckelt.

So komme ich zu meinem Auffütterungszeitpunkt in der letzten Juli- bzw. ersten Augustwoche.

Zu dieser Zeit nehme ich, ohne Rücksicht auf eventuell noch zu erwartende Tauhonigtracht, die Honigräume zum schleudern von den Völkern.

Das nun auf zwei Zargen starke Volk stelle ich mit 9 Brut- und Pollenwaben auf eine, die untere Zarge, zusammen. Hierbei hänge ich jeweils außen zur Beutenwand ein Mittelwandrähmchen.  

Für den zweiten Raum nehme ich eine gereinigte Zarge und fülle sie in der Mitte mit ein bis zwei unbebrüteten Waben, ein bis zwei Baurahmen und den Rest mit Mittelwänden. Die Baurahmen befinden sich jeweils als zweite rechts und links von außen.  

Diese, obere Zarge decke ich mit einer Platte, in deren Mitte sich ein Kreisausschnitt mit ca. 120 mm Weite befindet, ab. Auf diese Öffnung stülpe ich das geöffnete 15 Kg Paket Futterteig, stelle darum die bisher benutzte nun leere Zarge und lege den Deckel auf. Bei dieser Vorgehensweise können die Bienen über die sich in der Mitte der oberen Zarge befindenden Waben zum Futter laufen (auf Mittelwänden laufen sie nicht so gerne).

Der auf die Plattenöffnung gestülpte Futterteig wird von Kondenswasser, das sich im Bienenstock bildet, benetzt. Die Bienen können das so geschmeidig gewordene Futter leicht aufnehmen und brauchen keinen zusätzlichen Raum zu wärmen.

Das Futter biete ich den Bienen etwa Ende August an und belasse es solange auf den Bienen.

Nun kann einen ganzen Monat Urlaub gemacht werden,

und mich ganz und gar meiner Familie und meinen Freunden widmen.

Denn die Bienen haben jetzt Zeit genug, die Mittelwände der oberen Zarge auszubauen - besonders starke Völker bauen auch schon am Baurahmen - den Futterteig mit noch vorhandener Tracht zu Winterfutter zu verarbeiten und in neue, unbebrütete Waben einzulagern.

Die „Altbienen“ haben nun genug Gelegenheit sich zum Wohle des Volkes abzuarbeiten und sich zu verabschieden.

 

Vorteile und Nutzen:

  • Wabenhygiene, erster und wichtigster Schritt gegen die Faulbrut.
  • „Sommerbienen“ bauen den Winterstock auf und schonen die „Winterbienen“.
  • Der Bautrieb im Bienenvolk wird optimal genutzt.
  • Gut aufbereitetes und eingelagertes Winterfutter.
  • Winterfutter auf jungem, unbebrüteten Wabenbau.
  • Winterfutter auf wenigen Waben eingetragen - Jungwaben haben das größte Zellenvolumen.
  • Einsatz der „Krämer-Platte“ kann problemlos Ende September erfolgen.
  • Sitz der Wintertraube auf frischen Waben.
  • Lange Verweildauer der Wintertraube an einer Stelle. ( Futtermenge pro Zelle )
  • Keine schimmeligen Waben, da sich zu den Beutewänden unausgebaute Mittelwände befinden.
  • Bei Bedarf können die Bienen im frühen Frühjahr weiterbauen.
  • Zur Frühjahrsschau lassen sich die Altwaben der unteren Zarge gegen Mittelwände und die Zarge selbst auswechseln.
  • Dadurch 100% jährliche Erneuerung der Brutwaben.
  • Wachs wird für den eigenen Wachskreislauf gewonnen.

(17.10.2007)

Imkerverein Hamburg-Walddörfer